Ratgeber · Bodenfliesen
Steingut, Steinzeug oder Feinsteinzeug?
Kurz gesagt
Steingut, Steinzeug und Feinsteinzeug sind drei Keramikarten, die sich in der Wasseraufnahme unterscheiden. Steingut ist porös gebrannt, nimmt viel Wasser auf und gehört nur an die Innenwand. Steinzeug ist dichter und für den Boden geeignet. Feinsteinzeug ist am dichtesten gesintert, nimmt unter 0,5 Prozent Wasser auf und ist frostsicher.
Steingut, Steinzeug oder Feinsteinzeug: was ist der Unterschied?
Steingut, Steinzeug und Feinsteinzeug sind drei Keramikarten, die sich vor allem in der Wasseraufnahme unterscheiden, und daraus folgt fast alles andere. Steingut ist porös gebrannt, nimmt viel Wasser auf und gehört nur an die Innenwand. Steinzeug ist dichter und trägt auch den Boden. Feinsteinzeug ist am dichtesten gesintert, nimmt unter 0,5 Prozent Wasser auf und ist frostsicher.
Der Grund liegt in der Brenntemperatur. Je heißer und dichter eine Keramik gesintert wird, desto weniger Poren bleiben im Scherben, desto weniger Wasser zieht sie und desto härter und frostsicherer wird sie. Genau in dieser Reihe stehen die drei Arten: Steingut unten, Feinsteinzeug oben.
| Keramikart | Wasseraufnahme | frostsicher | typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Steingut | hoch, porös | nein | Wandfliese innen |
| Steinzeug | mittel bis gering | meist ja | Bodenfliese innen |
| Feinsteinzeug | unter 0,5 % | ja | Boden, Wand, außen, Terrasse |
Wann ist Steingut die richtige Wahl?
Steingut spielt seine Stärke an der Innenwand aus. Weil es porös und leichter zu bearbeiten ist, gibt es Steingut in vielen Dekoren, Glasuren und Farben, oft feiner und verspielter als eine robuste Bodenfliese. Für die Wand hinter der Badewanne oder als Küchenrückwand ist das ideal, denn dort trägt die Fliese kein Gewicht und bekommt keinen Frost ab.
Was Steingut nicht kann, ist der Boden und der Außenbereich. Es nimmt zu viel Wasser auf, ist nicht frostsicher und hält der Belastung durch Schritte, Stühle und Sand nicht dauerhaft stand. Wer eine schöne Wandoptik im Bad möchte und dazu einen passenden, belastbaren Boden sucht, kombiniert deshalb oft Steingut an der Wand mit Bodenfliesen aus Feinsteinzeug am Boden.
Warum ist Feinsteinzeug so vielseitig?
Feinsteinzeug ist eine besonders dicht gesinterte Sonderform des Steinzeugs und deshalb die vielseitigste der drei Keramikarten. Mit einer Wasseraufnahme unter 0,5 Prozent ist es hart, fleckenunempfindlich und frostsicher, funktioniert also am Boden, an der Wand, im Nassbereich und draußen. Ob der Scherben durchgefärbt ist, erklärt der Fliesen-Glossar; es entscheidet mit, wie unauffällig Schnittkanten und Abrieb bleiben.
Dieselbe Optik lässt sich mit Feinsteinzeug vom Innenraum bis auf die Terrasse durchziehen, weil es drinnen wie draußen taugt. Wie sich echter Stein und die keramische Steinoptik im Alltag unterscheiden, ordnet der Ratgeber Feinsteinzeug oder Naturstein ein. Welche Art am Ende zu Ihrem Raum passt, sehen Sie am besten am Muster im Showroom an der Kruppstraße 38 in Kamp-Lintfort, wo die Scherben nebeneinanderliegen und Sie den Unterschied selbst ertasten.
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